1996 KURUWAI
Sie leben isoliert vom Rest der Welt in ihren Baumhäusern in West-Neuguinea (Irian Yaya) und sie
kennen weder Eisen, Töpferei noch Kleidung. Die Lebenserwartung beträgt ca. 35 Jahre. Die Männer
gehen mit Pfeil und Bogen auf die Jagd und ihre Lebensgrundlage ist die Sagopalme. Roh oder gebacken
werden auch Sagokäfer und Sagolarven verzehrt. Das gesamte Land der Kuruwais besteht fast
nur aus Sumpf, es gibt keine Steine. Für die Steinäxte mussten die Steine mit Völkern aus den nördlich
gelegenen Bergen getauscht werden. Bis vor kurze Zeit gab es noch die Kopfjagd.
Tagebucheintragung: Montag, 18.11.
Morgen: Es regnet in Strömen, bin total nass und habe Flöhe. Das Klima ist die Hölle
(fast 40 Grad C, kein Windhauch), Wir wollen heute die Kuruwai zu ihren Sagopalmen im Urwald begleiten.
Abend: Ich bin total dreckig. Soeben sind wir von einem mehrstündigen Marsch zurück.
Wir erlebten die Sagomehlgewinnung und sahen wie die großen Käfer gefangen und lebend verspeist wurden.
Am schockierendsten für mich war, als ich sah, wie die Haut einiger Kuruwais durch Fadenwürmer und
Larven, die sich ins Fleisch fressen, faustgroß angeschwollen war. Der Rückmarsch war hart. Obwohl es
gute Motive gab, war ich zu müde um den Fotoapparat auszupacken. Vielleicht gehe ich noch zum
umgestürzten Baum, der in den Fluss fiel und versuche mich dort zu waschen, obwohl es nichts hilft,
da ich vorher und nachher durch den Dreck muss.
Nach 4 Monaten zuhause wurde ich Malariakrank und musste ins Spital, obwohl ich Prophylaxe genommen hatte.